Die Medaillen beim EFA Champions Cup in Grieskirchen sind vergeben. Die Union Tigers Vöcklabruck bezwangen Seriensieger TSV Pfungstadt mit 3:2 und bejubelten somit erstmals den Hallen-Europacuptitel. Die Frauen des TSV Dennach bezwangen im Endspiel den SVD Diepoldsau-Schmitter mit 3:1 und feierten damit den elften Hallen-Titel in Folge. In den Bronze-Matches hatten sich zuvor bereits der TSV Calw (Frauen) und TV Käfertal (Männer) durchgesetzt. Das Endspiel der Männer findet um 17 Uhr statt.
Ein ausgeglichenes Duell lieferten sich Titelverteidiger Pfungstadt und Herausforderer Vöcklabruck. Ihr Halbfinale hatten beide Teams glatt mit 3:0 für sich entschieden. Im Kampf um die Goldmedaille gelang es zunächst keinem der beiden Teams, sich abzusetzen. Doch: Nach dem Vöcklabrucker 9:8 unterliefen TSV-Angreifer Patrick Thomas gleich zwei Servicefehler. Angriffsfehler waren es auch, die den Start in den zweiten Durchgang bestimmten. Erst unterliefen sie Pfungstadt, dann den Tigers. So führte Pfungstadt zwischenzeitlich (8:5), ehe Vöcklabruck sogar Satzball. Den wehrten die Hessen aber ab und Patrick Thomas punktete zum Satzausgleich. Vöcklabruck schien durch den verlorenen Satz aber nur umso motivierter. Mit einem Blitzstart (4:0) erarbeitete sich das Team eine Führung – auch, weil Patrick Thomas aus dem Service nicht den nötigen Druck ausüben konnte. Im Schnelldurchlauf gingen die Tigers erneut in Satzführung (11:4). Im vierten Abschnitt lieferten sich dann Karl Müllehner und Patrick Thomas ein wahres Service-Feuerwerk, bei dem kaum ein Defensivspieler eine Chance hatte. Beim 8:7 lag Pfungstadt erstmals in Führung, ehe Patrick Thomas kurz darauf über die Wandseite zwei Satzbälle holte. Beim zweiten unterlief Müllehner ein Zuspielfehler. Den Entscheidungssatz eröffnete der Herausforderer mit spektakulärer Abwehr und einem Müllehner-Punkt. Es war der Auftakt eines packenden Schlagabtausches, bei dem die Tigers mit einer 6:5-Führung ein letztes Mal die Seiten wechselten. Nach einem beeindruckenden Ball von Müllehner über die Seite gab es zwei Matchbälle für die Tigers. Das nachfolgende Thomas-Service landete im Aus – und ließ Vöcklabruck über den langersehnten Hallen-Titel jubeln.
Bei der bislang letzten Champions Cup-Austragung der Frauen 2023 in Österreich (Ausrichter Union Nussbach) hatte es das Endspiel zwischen Dennach und Diepoldsau bereits gegeben – mit dem besseren Ausgang für das deutsche Team. In der Neuauflage war es nun aber der SVD, der den besseren Start erwischte und sich nach dem 3:3 mit sieben Punkten in Folge Satzbälle erspielte. Vier wehrten die Titelverteidigerinnen ab, dann punktete Tanja Bognar aus dem Service. Der Start in Durchgang zwei gehörte aber Dennach. Mit einer starken Defensive und gutem Spielaufbau erarbeitete sich der TSV schnell einen Vorsprung (4:0), der beim 6:6 aber bereits wieder aufgebraucht war. Den Satz aber markierte Dennach für sich, Maya Mehle verwandelte den ersten Satzball zum Ausgleich (11:8). Auch der Auftakt in Abschnitt drei gehörte den Dennacherinnen, die mit einem sauberen Spielaufbau schnell enteilten und mit einem kurz gespielten Ball von der nun immer stärker aufspielenden Sonja Pfrommer die eigene Satzführung holten (11:4). Der vierte Satz begann hingegen mit einer Diepoldsauer Führung. Dennach verzichtete nun auf das taktische Service auf SVD-Angreiferin Tanja Bognar, nach zwei Ausbällen von Sonja Pfrommer führten die Schweizerinnen mit 7:4, 9:7 und 10:9. In allen drei Fällen hatten aber die Titelverteidigerinnen die richtige Antwort (7:7/9:9/10:10), beim Satzball durch Maya Mehle aus dem Service. Nach einer Ausangabe von Bognar stand der erste Dennacher Matchball. Gleich den ersten verwandelte Spielertrainerin Anna-Lisa Aldinger mit viel Übersicht über die Vorderposition – und jubelte im Anschluss mit ihrem Team über den elften Hallen-Champions Cup in Folge.
Jamie Bucher (SVD Diepoldsau-Schmitter): Die Niederlage tut natürlich weh. Wir haben die kurz und halblang gespielten Bälle nicht in den Griff bekommen. Wir dürfen trotz der Niederlage stolz auf uns sein. Wir hatten eine nicht so einfache Saison, aber haben am Ende zweimal Silber gewonnen.
Maya Mehle (TSV Dennach): Wir haben damit gerechnet, dass es kein einfaches Spiel wird. Nach solch einem spannenden Spiel den letzten Punkt zu machen ist natürlich umso schöner. Die gesamte Mannschaft hat eine super Leistung gezeigt, nach dem letzten Wochenende sind wir umso glücklicher, dass wir hier zeigen konnten, was wir können. Ich würde ja sagen so kann es weitergehen, aber jetzt ist ja erst einmal Pause!“
Einen recht ausgeglichenen Auftakt erwischten die amtierenden Meister aus der Schweiz und Deutschland, wobei die Mannheimer mit einem kleinen Vorsprung durch den Satz marschierten. Nach dem 7:8-Anschlusspunkt durch den STV gewann TVK-Angreiferin Nick Trinemeier aber das folgende Blockduell, behielt im eigenen Rückschlag zudem die nötige Übersicht, ehe ein Leinenball die Entscheidung brachte. Ähnlich eng ging es auch im zweiten Abschnitt zu. Mehr als auf zwei Punkte konnten sich die Mannheimer nicht absetzen, vielmehr punktete Dominik Rhyn zweimal über die linke Käfertaler Seite – zur 9:7 Führung der Schweizer. Danach war es ein offener Schlagabtausch mit jeweils einem Satzball auf jeder Seite. Beim zweiten TVK-Satzball berührte Rhyn die Leine. Die 2:0-Führung war die Vorentscheidung dieser Partie. Ab dem 3:3 setzte sich Käfertal, auch begünstigt durch STV-Eigenfehler, im zweiten Durchgang ab (8:3). Auf 6:8 verkürzte Oberentfelden noch einmal, kurz darauf machten die Mannheimer aber alles klar.
Nico Voit (STV Oberentfelden): Wir haben gewusst, dass Käfertal eine enorm starke Mannschaft ist und dass viel über Nick laufen muss. Das Spiel heute war um Welten besser als gestern. Wir haben aber leider nicht ganz geschafft, unsere Leistung abzurufen.
Daniel Maurer (TV Käfertal): „Die letzten zwei Wochen waren der absolute Wahnsinn mit dem Deutschen Meistertitel und dem Champions Cup jetzt. Die Teamchemie bei uns ist klasse. Ich habe viel von den älteren Spielern gelernt, man wird gut herangeführt und getragen, auch wenn es einmal nicht so gut läuft.

Freistadt erwischte dabei den besseren Start und profitierte vornehmlich von einer enorm starken Defensive. So verteidigten die Österreicherinnen die immer wieder druckvoll geschlagenen Bälle in Richtung Grundlinie ab. Aus dem Rückschlag war es zudem Hauptangreiferin Magdalena Karger, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückte. Nach der 1:0-Satzführung erarbeitete sich Freistadt auch im zweiten Abschnitt direkt einen Vorsprung (4:0). Im Satzverlauf kam aber das deutsche Team immer besser zurecht, glich mit einem Punkt von Fenja Stallecker – die aus dem Freistädter Service konsequent ausgeschaltet wurde – aus dem Rückschlag zum 8:8 aus. Kurz darauf hatte der TSV zwei Satzbälle und nutzte den zweiten zum Satzausgleich. Ein ähnliches Bild bot sich auch im dritten Satz. Wieder führte Freistadt (6:4), konnte dann aber kaum noch Druck aufbauen. Stattdessen punktete Calw sieben Mal in Folge zur 2:1-Führung. Aufgegeben hatte Freistadt noch nicht, erarbeitete sich erneut einen Vorsprung (9:6). Doch: Es wiederholte sich! Der Union gelang es nicht, das eigene Service durchzubringen, vielmehr drehte Calw, die gegen die taktischen Stallecker-Anspiele ihre Angreiferinnen sogar in die Abwehr positionierten, wieder auf. Nach dem 9:9-Ausgleich setzte Fenja Stallecker ihren Rückschlag perfekt auf die Grundlinie, nach einem Ballwechsel landete der Rückschlag von Union-Angreiferin Katharina Teufer seitlich im Aus. Damit drehte Calw nicht nur den 0:1-Satzrückstand, sondern auch die Rückstände in den drei folgenden Sätzen zur Bronzemedaille.
Leonie Pfrommer (Abwehr, TSV Calw): „Das Spiel war extrem spannend, es ging die gesamte Zeit Hin und Her. Es war ein harter Kampf, aber zum Glück haben wir das Spiel am Ende für uns entscheiden können.“
Andreas Klaffenböck (Co-Trainer, Union Compact Freistadt): „Wir haben heute eine deutliche Leistungssteigerung zum Halbfinale gezeigt. Unter dem Strich ist es sich leider nicht ausgegangen. Sehr schade, aber so ist Faustball. Irgendwann werden wir aber wieder auf dem Treppchen stehen.“