Am Halbfinaltag des EFA Champions Cup in Grieskirchen sind die Endspielteilnehmer ermittelt worden. Neben den beiden Titelverteidiger TSV Dennach (Frauen) und TSV Pfungstadt (Männer) gewannen auch der SVD Diepoldsau-Schmitter (Frauen) und die Union Tigers Vöcklabruck (Männer) ihre Begegnungen und sicherten sich so den Einzug ins Finale am Samstag.
Das Duell der amtierenden Hallenmeister aus Österreich und Deutschland begann zunächst ausgeglichen. Während die Tigers, die ihren Hallen-Titel in Rohrbach vor zwei Wochen verteidigt hatten, in Bestbesetzung antreten konnte, musste der TVK – der am Wochenende zuvor den TSV Pfungstadt vom nationalen Thron gestoßen hatte – auf Hauptangreifer Marcel Stoklasa verzichten. Doch: Auch mit Nick Trinemeier als einziger Angreifer hielten die Mannheimer zunächst mit, ehe sich die Tigers beim 5:5 langsam absetzten und sich so die Satzführung sicherten. Ein ähnliches Bild bot sich im zweiten Abschnitt. Bis zum 5:5 mischte das deutsche Team mit, ehe sich Vöcklabruck wieder auf drei Punkte absetzte. Dieses Mal ließ sich der TVK aber nicht abschütteln, wehrte beim 10:8 den ersten Satzball ab. Den zweiten verwandelte aber Tigers-Angreifer Karl Müllehner. Geschlagen gab sich Käfertal deswegen aber keineswegs. So führte das Team aus Mannheim im dritten Durchgang sogar (8:7), ehe Vöcklabruck doch noch vorbeizog. Maximilian Huemer verwandelte den ersten Matchball zum Finaleinzug der Tigers.
Christof Jugel (TV Käfertal): Gerade im letzten Satz hätten wir uns den Satz schon sehr gerne geholt. Wir wussten, dass es schwierig wird. Ich glaube aber, dass wir uns in ungewohnter Aufstellung ganz gut verkauft haben. Für uns wird es im Bronze-Spiel wichtig sein, gut ins Spiel zu kommen, dass die Abläufe stimmen. Das wichtigste ist, dass wir unser Spiel spielen können und dann schauen wir einmal wofür es langt.
Paul Part (Union Tigers Vöcklabruck): Wir haben geschaut, dass wir unser Spiel spielen, auch wenn uns das nicht so ganz gelungen ist. Nick Trinemeier hat viel Druck aus dem Service gemacht, wir haben uns ein wenig schwer getan. Wir sind über da 3:0 aber glücklich. Die Vorfreude auf das Finale ist riesig. Wir wollen unsere Titelsammlung unbedingt vervollständigen und werden die Pfungstädter hoffentlich gut fordern.
Das zweite Semifinale ist die erste Begegnung, in der nach dem Spielverlauf auch ein anderer Ausgang möglich gewesen wäre – auch, wenn sich der Schweizer Meister von 2025 ohne Satzverlust gegen den TSV durchsetzte. Hin und her ging es bereits im ersten Abschnitt. Hier wehrte Calw den ersten Satzball noch ab, beim zweiten war aber Tanja Bognar zur Stelle. Mit einer schnellen 5:1-Führung startete der SVD auch in Abschnitt zwei, ehe sich Calw zurückkämpfte (6:6). Doch erneut behielten die Schweizerinnen im Endspurt die Oberhand, erarbeiteten sich auch im dritten Satz im Verlauf wieder einen Vorsprung (8:4), den die Calwerinnen nicht mehr aufholen konnten. Nach zuletzt zwei Bronzemedaillen schaffte der SVD Diepoldsau-Schmitter – nach 2023 in Nussbach (Österreich) – wieder den Einzug ins Endspiel.
Leonie Pfrommer (TSV Calw): Wir waren nicht konsequent genug, hatten in entscheidenden Momenten Absprachefehler, die eigentlich nicht passieren dürfen. Das Bronze-Match wird ein 50:50-Match. Beide Teams wollen gewinnen, wir werden unser Bestes geben, um mit einer Medaille nach Hause zu fahren.
Tanja Bognar (SVD Diepoldsau-Schmitter): Wir haben richtig fighten müssen, Calw hat uns nichts geschenkt. Umso großartiger ist es, dass wir jetzt im Finale stehen. Wir freuen uns! Gegen Dennach müssen wir noch konsequenter spielen und wollen gegen ein solch erfahrenes Team unsere Leistung von heute noch einmal zu toppen.
Wie der aktuelle Champion bei den Frauen, TSV Dennach, steht auch der Titelverteidiger bei den Männern wieder im Endspiel. Der TSV Pfungstadt ließ bereits im ersten Satz kaum Spannung aufkommen, marschierte deutlich zur Satzführung. Während die Südhessen ihren nationalen Titel am vergangenen Wochenende bei der DM abgeben mussten (gegen TV Käfertal) hatte sich der STV Oberentfelden die nationale Krone am 1. März erneut aufgesetzt. Mithalten im Duell konnte der Schweizer Meister jedoch nur im zweiten Durchgang – bis zum 6:6. Danach übernahm der TSV wieder das Kommando. Daran änderte sich auch im dritten Satz nicht. Schnell erarbeitete sich Pfungstadt eine 7:2-Führung, ehe Oberentfelden noch einmal auf 5:7 verkürzen konnte. Mehr war aber nicht drin. Den ersten von fünf Matchbällen verwandelte Patrick Thomas zum Pfungstädter Sieg.
Tim Egolf (STV Oberentfelden): Wir sind in das Spiel mit dem Ziel gegangen, alles probieren zu wollen und volles Risiko zu gehen. Gegen das perfektes Pfungstädter Spiel ist es enorm schwierig gegenzuhalten. Wir sind heute morgen recht früh angekommen in Grieskirchen. Aber als wir vor Ort angekommen sind, war die Tasche mit den Trikots verschwunden. Vielen Dank für die Grieskirchener Trikots. Wir werden im Bronze-Spiel noch einmal alles reinwerfen. Und vielleicht schaffen wir ja eine Überraschung.
Patrick Thomas (TSV Pfungstadt): Wir versuchen hier beim Champions Cup alles in die Waagschale zu werfen, die Konkurrenz ist groß. Aber wir sind guter Dinge und haben große Lust. Die letzte Woche war sehr ruhig nach der DM. Wir mussten schauen, dass wir uns regenerieren und mit vollen Kräften reingehen.
Nur zum Auftakt konnte das junge Freistädter Team mit den aktuellen Champions Cup-Titelträgerinnen mithalten. In den langen Ballwechseln zum Auftakt der Partie erwischten die Union-Faustballerinnen den etwas besseren Start (4:1). Danach aber schlichen sich immer mehr Fehler ins Spiel der Östereicherinnen ein, die mit dem einem enorm jungen Angriff um Katharina Teufer und Magdalena Karger agierten. Dennach hingegen spielte die so große internationale Erfahrung – mit zehn Champions Cup-Titeln – aus, nahm den Rückenwind aus der 1:0-Satzführung für die zwei weiteren Durchgänge mit. Insbesondere im Spielaufbau agierte das Team von Spielertrainerin Anna-Lisa Aldinger dabei hochkonzentriert. So feierten die Dennacherinnen, nach einem kurz gespielten Ball von Kapitänin Sonja Pfrommer, bei ihrer elften Europacup-Teilnahme unter dem Hallendach den elften Finaleinzug.
Barbara Gutenbrunner (Union Compact Freistadt): Wir haben gewusst, dass es nicht leicht wird. Dennach ist für uns die stärkste Mannschaft hier. Wir haben phasenweise guten Faustball gezeigt und können echt stolz auf uns sein. Den Champions Cup zu spielen ist eine große Ehre. Umso cooler ist es, dass wir unsere jungen Spielerinnen einsetzen konnten. Sie haben das richtig gut gemacht. Jetzt wollen wir die Stimmung hochhalten. Das Ziel für morgen ist eine Medaille.
Sonja Pfrommer (TSV Dennach): Ich bin sehr schwer ins Spiel gekommen, der Ablauf hat nicht gepasst. Aber das Team hat das super gemacht und wir konnten das Spiel am Ende für uns entscheiden. Es ist schon gut und wichtig gewesen, dass alle Spielerinnen heute spielen konnten. Wir haben das zusammen gut umgesetzt. Einen Wunschgegner für das Finale haben wir nicht. Wenn man Erster werden will, muss man gegen jedes Team gewinnen.