Die Finalisten des Faustball Champions Cup in Grieskirchen stehen fest. Zum Auftakt des zweitägigen Events der besten europäischen Vereinsteams setzten sich bei den Frauen der TSV Dennach und der SVD Diepoldsau-Schmitter durch. Bei den Männern lösten Titelverteidiger TSV Pfungstadt und die Union Tigers Vöcklabruck ihre Finaltickets. Alle vier Finalteams bleiben in ihrem Semifinale dabei jeweils ohne Satzverlust.
Organisatorisch zeigte sich der Halbfinaltag bereits als voller Erfolg. „Wir haben schon am ersten Tag hochklassigen Faustball gesehen. Organisatorisch läuft alles super und die Stimmung ist bereits großartig“, zeigte sich OK-Chefin Petra Kitzinger von der ausrichtenden UFG Sparkasse Grieskirchen/Pötting zufrieden. Die Vorfreude auf den Finaltag sei bereits groß: „Wir freuen uns bereits auf den Finaltag.“
Der beginnt am Samstag um 11 Uhr mit dem Spiel um Bronze der Frauen zwischen Union Compact Freistadt und dem TSV Calw. Nach dem Männer-Bronzespiel zwischen dem STV Oberentfelden und dem TV Käfertal (13 Uhr) folgt das Frauen-Finale zwischen Titelverteidiger TSV Dennach und Herausforderer SVD Diepoldsau-Schmitter (15 Uhr). Den Abschluss bildet das Männer-Endspiel zwischen dem TSV Pfungstadt und den Union Tigers Vöcklabruck um 17 Uhr.
Mit einem recht deutlichen 3:0 (11:5, 11:6, 11:4)-Erfolg sicherte sich der TSV Dennach den Finaleinzug. Nur zu Beginn der Partie konnte das junge Team aus Freistadt mit den Titelverteidigerinnen aus Dennach mithalten. In den langen Ballwechseln der Anfangsphase erwischten die Gastgeberinnen sogar den besseren Start und gingen mit 4:1 in Führung. Doch danach schlichen sich immer mehr Fehler ins Spiel der Österreicherinnen, die mit einem sehr jungen Angriff um Katharina Teufer und Magdalena Karger agierten.
Dennach nutzte diese Phase konsequent aus und spielte seine enorme internationale Erfahrung aus. Mit inzwischen zehn Champions-Cup-Titeln im Rücken übernahmen die Deutschen nach der Satzführung zunehmend die Kontrolle. Besonders im Spielaufbau agierte das Team von Spielertrainerin Anna-Lisa Aldinger hochkonzentriert. Nach einem kurz gespielten Ball von Kapitänin Sonja Pfrommer stand schließlich der 3:0-Erfolg fest – und damit bei der elften Europacup-Teilnahme unter dem Hallendach auch der elfte Finaleinzug.
Freistadts Barbara Gutenbrunner ordnete die Niederlage realistisch ein. Man habe gewusst, „dass es nicht leicht wird“, erklärte sie und bezeichnete Dennach als „die stärkste Mannschaft hier“. Dennoch zeigte lobte die Defensivspielerin ihr Team, das phasenweise guten Faustball gezeigt habe. Besonders freute sie sich darüber, dass die jungen Spielerinnen wichtige Einsatzzeit bekamen: „Sie haben das richtig gut gemacht.“ Für den Finaltag sei das Ziel klar: „Jetzt wollen wir die Stimmung hochhalten – das Ziel für morgen ist eine Medaille.“
Auch Dennachs Kapitänin Sonja Pfrommer gab zu, dass der Start für sie persönlich schwierig gewesen sei. „Ich bin sehr schwer ins Spiel gekommen, der Ablauf hat nicht gepasst“, sagte sie nach der Partie. Umso wichtiger sei gewesen, dass das Team insgesamt stabil auftrat. Positiv hob sie hervor, dass alle Spielerinnen eingesetzt werden konnten und das gemeinsam gut umgesetzt worden sei.
Konkurrenz gibt es für die Titelverteidigerinnen aus der Schweiz. Der SVD Diepoldsau-Schmitter setzte sich in seinem Semifinale gegen den TSV Calw mit 3:0 (12:10, 11:8, 11:8) durch. Der Schweizer Meister von 2025 bewies dabei, dass für ihn Österreich ein gutes Pflaster ist. Bereits bei der letzten Austragung in Österreich – 2023 mit Ausrichter Union Nussbach – hatte der SVD den Finaleinzug geschafft.
Im Semifinale lieferte sich Diepoldsau gegen Calw zunächst ein spannendes Duell. Der TSV wehrte zunächst einen Satzball ab, doch beim zweiten war Tanja Bognar zur Stelle und brachte Diepoldsau in Führung. Mit einer schnellen 5:1-Führung startete der SVD auch in den zweiten Durchgang, ehe sich Calw zurückkämpfte und zum 6:6 ausglich. In der entscheidenden Phase behielten jedoch erneut die Schweizerinnen die Oberhand. Auch im dritten Satz erspielte sich Diepoldsau im Verlauf einen Vorsprung (8:4), den die Calwerinnen nicht mehr aufholen konnten.
Calws Leonie Pfrommer sah den entscheidenden Unterschied vor allem in der Konsequenz. In wichtigen Momenten habe es Abstimmungsfehler gegeben, „die eigentlich nicht passieren dürfen“. Für das Spiel um Bronze erwartet sie dennoch ein völlig offenes Duell: „Das wird ein 50:50-Match. Beide Teams wollen gewinnen.“
Groß war hingegen die Freude bei Diepoldsau. Angreiferin Tanja Bognar sprach von einem hart erkämpften Sieg: „Wir haben richtig fighten müssen, Calw hat uns nichts geschenkt.“ Nach zuletzt zwei Bronzemedaillen steht der SVD damit erstmals seit 2023 wieder im Champions-Cup-Finale. Gegen Dennach wolle man nun noch konsequenter auftreten und „unsere Leistung von heute noch einmal toppen“.
Wie bei den Frauen der Titelverteidiger aus Dennach, steht auch bei den Männern der amtierende Champion wieder im Endspiel. Der TSV Pfungstadt ließ im Duell mit dem STV Oberentfelden beim 3:0 (11:2, 11:6, 11:5)-Sieg dabei kaum Spannung aufkommen.
Dabei trafen zwei nationale Meister aufeinander: Während Pfungstadt seinen deutschen Titel am vergangenen Wochenende bei der DM an den TV Käfertal abgeben musste, hatte sich Oberentfelden erst Anfang März erneut zum Schweizer Champion gekrönt. Im direkten Duell konnte der STV jedoch nur im zweiten Durchgang mithalten. Bis zum 6:6 blieb die Partie offen, ehe Pfungstadt wieder das Kommando übernahm. Auch im dritten Satz erspielten sich die Südhessen früh eine klare Führung. Oberentfelden verkürzte zwar noch einmal, doch mehr ließ der Titelverteidiger nicht zu. Den ersten von fünf Matchbällen verwandelte Patrick Thomas zum klaren 3:0-Erfolg.
STV-Spieler Tim Egolf erklärte nach dem Spiel, man sei mit dem Ziel angetreten, „alles probieren zu wollen und volles Risiko zu gehen“. Gegen das „perfekte Pfungstädter Spiel“ sei es jedoch enorm schwierig gewesen gegenzuhalten. Für eine kuriose Episode sorgte zudem die Anreise: Als das Team in Grieskirchen ankam, war plötzlich die Tasche mit den Trikots geklaut. „Vielen Dank für die Grieskirchener Trikots“, sagte Egolf schmunzelnd. Für das Spiel um Bronze kündigte er an, noch einmal alles zu investieren – vielleicht gelinge ja eine Überraschung.
Pfungstadts Patrick Thomas betonte, dass sein Team beim Champions Cup alles in die Waagschale werfen wolle. Die Konkurrenz sei groß, doch man gehe optimistisch in das Turnier. Nach der deutschen Meisterschaft habe der Fokus vor allem auf der Regeneration gelegen: „Wir mussten schauen, dass wir uns regenerieren und mit vollen Kräften reingehen.“
Zum direkten Aufeinandertreffen der amtierenden Hallenmeister aus Österreich und Deutschland kam es im zweiten Semifinale – mit besserem Ausgang für das Team aus Österreich. Während die Union Tigers Vöcklabruck dabei in Bestbesetzung antreten konnten, musste der TV Käfertal auf Hauptangreifer Marcel Stoklase mit. Dennoch hielt das deutsche Team mit Nick Trinemeier als einzigem Angreifer über die gesamte Partie gut mit – am Ende setzte sich aber Vöcklabruck durch (11:6, 11:9, 11:9).
Im ersten Satz blieb die Partie bis zum 5:5 ausgeglichen, ehe sich die Tigers langsam absetzten und sich die Führung sicherten. Ein ähnliches Bild zeigte sich im zweiten Abschnitt: Wieder hielt Käfertal lange mit, ehe Vöcklabruck den entscheidenden Vorsprung herausspielte. Beim Stand von 10:8 wehrte der TVK zwar noch einen Satzball ab, doch Tigers-Angreifer Karl Müllehner verwandelte kurz darauf den nächsten. Im dritten Satz ging Käfertal sogar mit 8:7 in Führung und schnupperte am Satzerfolg. Doch Vöcklabruck drehte die Partie noch einmal und sicherte sich schließlich mit dem ersten Matchball durch Maximilian Huemer den Finaleinzug.
Käfertals Christof Jugel stellte nach dem Spiel fest, gerade im dritten Satz hätte sich sein Team den Durchgang „sehr gerne geholt“. Dennoch habe man sich in ungewohnter Aufstellung „ganz gut verkauft“. Für das Bronze-Spiel sei nun wichtig, gut ins Spiel zu kommen und die Abläufe sauber hinzubekommen. „Das Wichtigste ist, dass wir unser Spiel spielen können – dann schauen wir einmal, wofür es reicht.“
Auf Seiten der Tigers zeigte sich Paul Part erleichtert über den klaren Erfolg, auch wenn nicht alles perfekt lief. Man habe versucht, das eigene Spiel durchzuziehen, „auch wenn uns das nicht so ganz gelungen ist“. Vor allem Nick Trinemeier habe mit seinem Service viel Druck gemacht. Umso größer sei die Freude über den 3:0-Erfolg. Mit Blick auf das Finale gegen Pfungstadt ist die Motivation groß: „Die Vorfreude auf das Finale ist riesig. Wir wollen unsere Titelsammlung unbedingt vervollständigen und werden die Pfungstädter hoffentlich gut fordern.“